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SPD Bonn-Süd
 

AUFREGERTHEMA IN KESSENICH UND DOTTENDORF – BAHNLÄRM

Verkehr


Güteerzüge durch Bonn

Bahnlärm wird auch beim Stammtisch der SPD Bonn-Süd mit der SPD-Stadtverordneten Miriam Schmidt, am Mittwoch, 7.3.2012, eines der Diskussionsthemen sein.

Bahnlärm wird auch beim Stammtisch der SPD Bonn-Süd mit der SPD-Stadtverordneten Miriam Schmidt, am Mittwoch, 7.3.2012, eines der Diskussionsthemen sein. „Mehr Güter von der Straße auf die Schiene - unter umweltpolitischen Gesichtspunkten ist dies wichtig und gut. Für die betroffenen Anwohner darf es aber durch veraltetes Wagenmaterial der Bahn - insbesondere bei den Güterzügen – nicht zu zusätzlichen Belastungen führen“, so Miriam Schmidt. Das sieht auch die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bonn-Süd, Isolde Kießling, so. Sie lebt in der Nähe der Bahnstrecke in Kessenich und möchte als Lärmbetroffene, dass Lösungen gegen den zunehmenden Bahnlärm gefunden werden.

Auf der rechtsrheinischen Schiene nimmt der Lärm durch veraltete Züge im Güterverkehr ständig zu. Die Bremsgeräusche gehen durch Mark und Bein und die Räder rattern wie Trommeln. So können am Mittel- und Oberrhein viele Menschen nachts nicht mehr schlafen, weil Güterzüge mit einem Lärmpegel in der Spitze von über 100 Dezibel - das ist so laut wie ein Presslufthammer - durch die Ortschaften dröhnen. Auch die Wohngebiete in Kessenich und Dottendorf entlang der Bahn sind massiv betroffen. Besonders ärgerlich: Die Lärmopfer haben bei alten Strecken noch nicht einmal ein Anrecht auf Lärmschutz. Bonns Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber nimmt sich seit längerer Zeit des Problems Bahnlärm an und hat dazu verschiedene Initiativen in Richtung der Bahn und im Bundestag gestartet. Doch dicke Bretter müssen gebohrt werden. Die Bahn reagiert leider nur auf massiven politischen Druck. Im Deutschen Bundestag wurde jetzt gerade wieder der Tagesordnungspunkt „Verkehrslärm“ im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zum vierten Mal vertagt. „Für die Anwohnerinnen und Anwohner der vom Schienenlärm besonders belasteten Rheinstrecken ist diese ewige Hängepartie untragbar,“ empört sich Ulrich Kelber über die erneute Vertagung. Die SPD im Bundestag und im Bundesrat fordert ein effektives Umrüstprogramm für Güterwagen, ein funktionierendes lärmabhängiges Trassenpreissystem und die Abschaffung des Schienenbonus für alle Projekte, deren Planfeststellungsverfahren 2016 noch nicht abgeschlossen sind.

Wie MdB Kelber betonte, werde sich die SPD in beiden Häusern auch weiterhin für die Menschen an den stark ausgelasteten Schienenstrecke im Mittelrheintal einsetzen: „Wir brauchen die Bahn und wir wollen die Bahn, doch das geht dauerhaft nur mit weniger Lärm.“

Seit Juni 2011 stecke das Gesamtkonzept zur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes – eigentlich schon seit 2010 überfällig – in der Endabstimmung zwischen den Bundesministerien. Auch gebe es keinerlei Fortschritte bei einer europäischen Initiative gegen Bahnlärm, wünschenswert wären in erster Linie lärmabhängige Trassenpreise im gesamten europäischen Netz und ein gut ausgestattetes Umrüstprogramm für Güterwagen. „Was die Koalition zur Abschaffung des Schienenbonus bisher geliefert hat kann man nur als peinlich bezeichnen. Ankündigungen und Gerüchte, denen nichts Konkretes folgte. So geht es seit Monaten“, so Kelber.

„Der Aufnahme in den schwarz- gelben Koalitionsvertrag folgten immer nur Worthülsen. Seit Monaten jedoch nicht einmal mehr das. Man hört und sieht nichts. Das Thema Lärmschutz spielt in Berlin seit vielen Monaten anscheinend überhaupt keine Rolle mehr, die betroffenen Menschen werden allein gelassen,“ stellt Ulrich Kelber enttäuscht fest.